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Die Geschichte der Pfarrei Fronleichnam gliedert sich
in 3 Phasen, den Ursprung, die Barackennotkirche
und den Neubau.
Ursprung:
Der
Ursprung unserer Stadtpfarrei Fronleichnam liegt bei der heutigen
Pfarrei Großhadern, St. Canisius und führt von da weiter
zurück zur Pfarrei Gräfelfing, St. Stephanus.
Der Stammbaum der Münchner Pfarreien weist die
bereits im Jahre 1000 genannte Kirche Gräfelfing als Mutterkirche
auch von Hadern aus. Diese Filialanbindung ist bereits 1315 nachgewiesen
und sie blieb bis 1878 bestehen.
Die erste Nennung des Ortes Hadern (ad haderum = bei
den Leuten am Hardwald) ist aus dem Jahre 1065 bekannt. Im 13. Jahrhundert
wird ein eigenes Dorf Kleinhadern genannt. Um 1880 werden dort schon
80 Seelen gezählt. Erst nach Ende des Ersten Weltkrieges um
1920 wurden zwischen Laim und Kleinhadern weitere Flächen für
die Bebauung freigegeben und so schritt rasch die bauliche Entwicklung
des Blumenau genannten Siedlungsgebietes voran.
Am 1. April 1936 wurden die Ortschaften Großhadern
und Kleinhadern - Blumenau in die Landeshauptstadt München
eingemeindet. Die seelsorgliche Betreuung dieses Gebietes oblag
zu dieser Zeit dem Pfarrherrn von Großhadern. Da die Wege
der gläubigen Bevölkerung von Kleinhadern - Blumenau zu
den benachbarten Kirchen weit und auch beschwerlich waren, wurde
der Wunsch nach einem eigenen, nahegelegenen Gotteshaus immer stärker.
So erteilte schließlich die Gesamtkirchengemeinde Großhadern
im Jahre 1936 die Genehmigung zur Errichtung einer Notkirche und
übernahm auch deren Finanzierung.
Im April 1936 konnte der erste Spatenstich auf dem
Platz, auf dem heute der Pfarrsaal steht, getan werden.
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Barackennotkirche
Am 31.Oktober 1936 (Christkönigsfest) wurde dann
die in Barackenform erstellte Notkirche von Herrn Kardinal Dr. Michael
Faulhaber benediziert und erhielt den Titel „Fronleichnam
unseres Herrn“.
Zunächst hielten die Kapläne von Großhadern
die Gottesdienste. Die Bevölkerungszahl stieg weiter und erreichte
bald 1600 Katholiken. So wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1938 unser
Bezirk von Großhadern abgetrennt und zur selbstständigen
Pfarrkuratie erhoben. Diese umfasste, soweit bebaut, etwa das Gebiet
der heutigen Pfarrei. Nun wurde auch die Errichtung eines Pfarrhofes
notwendig und es wurde an der Nordseite der Barackenkirche im Jahre
1938 das heute noch bestehende geräumige Haus gebaut.
Gleichzeitig wurde auch an der Planung zum Bau einer
neuen Kirche gearbeitet. Im Jahre 1939 wollte man auch mit dem Kirchenbau
beginnen. Die unruhige Zeit und die allgemeine Abkehr von der Kirche
vereitelte jedoch dieses Vorhaben.
Am 1. Januar 1945 wurde die Kuratie, die inzwischen
2000 Katholiken umfasste, zur Stadtpfarrei erhoben.
Die rege Bautätigkeit der Nachkriegszeit ließ
die Bevölkerungszahl in unserem Pfarrgebiet stetig ansteigen.
Veränderungen an der Barackenkirche konnten jedoch die Raumnot
nicht lindern. So fanden im Januar 1955 die ersten maßgeblichen
Besprechungen für einen Kirchenbau statt.
Das Amt des Stadtpfarrers von Fronleichnam wurde seit
9. September 1948 von Herrn Geistlichen Rat Stephan Wellenhofer
versehen.
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Neubau
Sein unermüdlich stetes Planen und Drängen,
für die wachsende Gemeinde ein würdiges Gotteshaus zu
erstellen, führte endlich im Januar 1955 zu ersten Anfängen.
Als Bauherr vergab die Kirchenverwaltung Fronleichnam
gemeinsam mit dem Kirchenbaubüro des Erzbischöflichen
Ordinariats die Planung dem Architekten Herrn Karl Jantsch.

Kongressglocke , Schutzmantelmadonna-Glocke und Stephansglocke
vor der Montage
Am 4. Oktober 1956 wurde mit dem Kirchenbau begonnen. Die Grundsteinlegung
erfolgte am 28. Oktober 1956 am Christkönigsfest, genau 20
Jahre nach der Weihe der Barackennotkirche.
Der Grundstein ist in der Eingangshalle der Kirche
auf der Evangelienseite über der Weihwasserschale sichtbar
und trägt die Innschrift “Niemand kann einen anderen
Grund legen, als den, der gelegt ist, Jesus Christus+ 1956 an Christkönig”.
In den Grundstein wurde eine Kupferkapsel eingemauert, die neben
den Bauplänen, die pfarrliche Kirchenweihschrift des Jahres,
die Gottesdienstordnung der Festwoche, Spenden-Bausteine, die Kirchweihnummer
der Münchner Kirchenzeitung, ein Diözesangebetbuch, einen
Erstkommunionrosenkranz, Silbermünzen und Medaillen sowie die
vom Architekten handschriftlich auf Pergament geschriebene Urkunde
enthält.
Nach 143 unfallfreien Bauarbeitstagen konnte am Vorabend
zu Christi Himmelfahrt, dem 29. Mai 1957 das Richtfest gefeiert
werden.
Am
Kirchweihsonntag, dem 20. Oktober 1957, hat Kardinal Josef Wendel
dem neuen Gotteshaus die Weihe gegeben. In einer Frühmesse
hatte die Gemeinde in stiller Wehmut von der Notkirche Abschied
genommen, die 21 Jahre lang Mittelpunkt des kirchlichen Lebens der
Pfarrei Fronleichnam war. Die Baracke wurde dann weiterhin als Pfarrsaal
für größere Veranstaltungen genutzt.
Kaltes Regenwetter begleitete die Weihezeremonien
für die neue Kirche. So ließ der Kardinal nach der Segnung
der Außenmauern, entgegen dem damaligen Ritus der Kirchenweihe,
alle Gläubigen gemeinsam mit dem Klerus in die Kirche einziehen,
so dass alle das gesamte Weiheritual miterleben konnten.
Beim anschließenden ersten Messopfer sprach
der Kardinal in seiner Predigt über die lebendige Fronleichnamsgemeinde
um ihren Opferaltar.
Anschließend an die Pontifikalmesse weihte der
Kardinal auch den Verbindungsbau zwischen Kirche und Pfarrhaus,
der Sakristei und das damalige Jugendheim beherbergte. Die weitere
Innenausstattung der Kirche wurde dann in den darauffolgenden Jahren
vervollständigt.
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